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Home/Newscenter/Live beim MDR: Kurioses Ost-Derby mit Trainer-Debüt - wird Washington diesmal für Chemnitz statt für Jena Topscorer?

VorberichteLive beim MDR: Kurioses Ost-Derby mit Trainer-Debüt - wird Washington diesmal für Chemnitz statt für Jena Topscorer?

16. April 2026

Kampf um die Postseason: Den NINERS Chemnitz gelang unter der Woche ein wichtiger Sieg gegen ratiopharm ulm. Damit hält das Team aus Chemnitz den Anschluss an die Play-In Ränge. Aktuell stehen sie zwar noch auf dem zwölften Platz, aber nur noch mit einem Sieg weniger als Vechta und Rostock auf zehn und neun.

Abstiegskampf: Science City Jena hingegen muss sich noch mal nach hinten umschauen. Nach der Niederlage gegen das Schlusslicht Basketball Löwen Braunschweig ist das rettende Ufer für den Klassenerhalt wieder ein Stück in die Ferne gerückt. Aktuell steht man mit nur zwei Siegen Vorsprung vor die MLP Academics Heidelberg auf Rang 16.

Status Quo: Jena will raus aus dem Abwärtstrend. Vier Niederlagen in Serie haben ihre Spuren hinterlassen (mehr dazu gleich); begonnen hat alles mit einer herben 58:90-Klatsche gegen die SKLYINERS und mündete zuletzt in eine 82:93-Niederlage gegen Braunschweig. Drei dieser vier Spiele waren dazu in eigener Halle. Und gegen die MLP Academics steht noch das Rückspiel aus. Die NINERS hatten drei Spiele in Folge verloren, bevor es vergangenen Mittwoch mit 79:66 gegen Ulm einen Sieg zum Auftamen gab.

Die zusätzliche Brisanz: Science City hat Trainer Björn Harmsen mit sofortiger Wirkung freigestellt, das teilte der Klub am Mittwoch mit. Damit setzen die Gäste auf einen neuen Impuls im Abstiegskampf – und den soll Mike Taylor geben. Der ist in der easyCredit BBL und speziell in Chemnitz kein Unbekannter, denn es war seine erste Station als Cheftrainer in Europa. Er stand dort von 2001-2002 an der Seitenlinie und führte die NINERS – damals noch unter dem Namen BV Chemnitz 99 – von der Regional- in die 2. Basketball Bundesliga. Sein Gegenüber Rodrigo Pastore ist für ihn ebenfalls kein Unbekannter. Denn Taylor kam 2019 mit den Veolia Towers Hamburg als Aufsteiger in die Bundesliga und schlug auf dem Weg dahin im Hablfinale der 2. Bundesliga in fünf Spielen die NINERS. Schon damals war Pastore als Cheftrainer in Chemnitz und folgte Hamburg ein Jahr später mit dem Aufstieg.

Alte Bekannte: Chris Carter spielte 2016/2017 sowie 2019/2020 für Chemnitz in der ProA und feierte mit den NINERS den Aufstieg. Da war Kevin Yebo zwar nicht dabei, aber aus gutem Grund: Er startete seine Bundesliga-Karriere 2019 bei den Veolia Towers in Hamburg unter dem damaligen Trainer Mike Taylor. Eric Washington begann die Saison bei Science City Jena und wechselte im Januar zu den NINERS. Jetzt trifft er auf das Team, das ihn eigentlich als Schlüsselspieler im Kampf um den Klassenerhalt auserkoren hatte. Pikant: Washington war mit 14 Punkten Jenas Topscorer im …

Hinspiel: Da setzte sich der Liganeuling mit 85:72 durch. Obwohl die NINERS nach dem ersten Viertel mit 24:8 führten, half auch ein Double-Double von Amadou Sow (16 Punkte, 12 Rebounds) nicht weiter. Für die beiden Klubs war es die erste Begegnung in der höchsten Spielklasse.

Duell im Fokus: Zehn Spiele hat Washington inzwischen für die NINERS Chemnitz in der Liga absolviert, im Schnitt kommt er auf 9,6 Punkte und 3,2 Assists (in 14 Spielen für Jena waren es 16,2 Zähler und 4,9 Assists). Zuletzt überragte er beim Heimsieg gegen Ulm und war mit 17 Punkten nicht nur Topscorer, sondern mit acht Rebounds und zwölf Assists auf bestem Weg Richtung Triple Double. Allerdings fällt sein Dreier bislang noch nicht so recht: Nur 26,7 Prozent sind eine ausbaufähige Wurfquote, wie er es mit drei Treffern aus fünf Versuchen immerhin gegen Ulm schon zeigte. Sein vormaliger Arbeitgeber aus Jena könnte ihm beispielsweise Uchenna Iroegbu gegenüberstellen, mit dem er in der Hinrunde exakt einmal zusammenspielte, bevor Washington nach Chemnitz wechselte. Iroegbu kommt mit 10,1 Punkten und 2,7 Rebounds im Schnitt auf ähnliche Statistiken.

Im Hinspiel lief Eric Washington (links) noch für Jena auf, inzwischen spielt er für Chemnitz. (Foto: Christoph Worsch)

Am Rande der Bande: Bei Science City fehlt der Langzeitverletzte Great Osobor aufgrund eines Kreuzbandrisses. Bei Chemnitz fehlten zuletzt ebenfalls verletzungsbedingt Roman Bedime und Jordan Schakel; zudem pausierte Nike Sibande als siebter Ausländer.

Zahlen, bitte: Jena gibt 68,8 Wurfversuche pro Spiel ab, die meisten in der Liga. Da ist Chemnitz mit 64 Würfen pro Spiel zwar etwas zurückhaltender, dafür halten die NINERS von draußen ordentlich drauf. 31,6 Dreier nehmen sie pro Spiel und damit knapp die Hälfte ihrer Würfe aus der Distanz. Nur die ROSTOCK SEAWOLVES nehmen mehr Dreier (32,2). Allerdings muss Jena über die Menge kommen, denn mit 42,6 Prozent Feldwurfquote trifft aktuell kein Team schlechter. Das daraus entstehende Angebot an Rebounds bestimmt dann auch die Nachfrage: Jena holt mit 40,1 die drittmeisten pro Spiel (13,4 davon offensiv) und teilt sich so ligaweit den zweiten Platz mit den MHP RIESEN Ludwigsburg. Chemnitz steht mit 36,3 Rebounds pro Spiel auf Rang 13.

Die ewige Bilanz: Bis 2016, als Jena in die erste Liga aufstieg, war Chemnitz gegen Jena in der zweiten Liga das Derby aller Derbys (Bilanz 18:11 für Jena). 2019 stieg Jena wieder ab, und es gab in der ProA noch zwei weitere Auflagen des großen Duells: Chemnitz gewann 90:78 sowie 97:68 und wurde als Tabellenerster nach dem Corona-bedingten Saisonabbruch zum Aufsteiger erklärt. Jena war Dritter und blieb in der ProA, womit das beliebte Derby bis zu dieser Saison auf Eis gelegt war.

Was die Lokalpresse schreibt: Hamsen ist drei Mal mit dem Team aus Thüringen aufgestiegen und folgerichtig eine Klublegende. Seine vorzeitige Entlassung wirft natürlich Fragen auf – auch wenn klar war, dass er spätestens nach Saisonende den Trainerstuhl freigemacht hätte. In der Ostthüringer Zeitung schreiben sie mit kritischem Blick: "Insofern ist dieser Trainerwechsel von außen nur bedingt nachvollziehbar. Die Club-Verantwortlichen sind im Kampf um den Klassenerhalt All-in gegangen, wollen einen letzten Impuls setzen. Ob sich das Risiko auszahlt, oder ob sie sich verzockt haben, werden die verbleibenden fünf Spiele zeigen.“
Auf die letzten fünf Spiele schauen sie in Chemnitz ebenfalls, allerdings bezüglich der Postseason. Drei dieser fünf Spiele finden in Chemnitz statt, deswegen fragt die FREIE PRESSE: „Rettet der Heimvorteil die Saison?“

Im Blick des Bundestrainers: Im Spiel gegen Ulm wusste Kostja Mushidi mit 14 Punkten durchaus zu gefallen.

In Europa und weltweit – German Basketball is mad sexy: In Jena folgt mit Taylor ein aufstiegserprobter Nachfolger auf den Vorgänger. Harmsen schaffte es drei Mal mit Science City in die Basketball Bundesliga aufzusteigen, Taylor immerhin zwei Mal - allerdings mit unterschiedlichen Klubs. Das erste Mal war 2006 mit Ulm und 2019 dann mit Hamburg. Nun kehrt er für die Mission Klassenerhalt als Cheftrainer in die Beletage zurück, so schlecht kann es hier also nicht sein. Ein weiterer Funfact dazu: Als Taylor 2006 mit Ulm aufstieg, verlor sein Team in der Aufstiegssaison nur ein einziges von 30 Spielen (damals noch in einer zweigleisigen Bundesliga mit Nord- und Süd-Staffel); das war natürlich, ausgerechnet gegen Chemnitz.

Fernsehen / Livestream: Die Partie wird Samstag ab 15:45 Uhr live hier bei Dyn übertragen. Kommentator ist Hannes Jakobi. Das Spiel ist ab 16 Uhr beim MDR auch im linearen Fernsehen frei empfangbar (hier auch als Livestream).