Die Telekom Baskets Bonn (17:11) sind nach zuvor zwei Niederlagen in Folge wieder aufs Erfolgskurs. Die Rheinländer besiegen die MLP Academics Heidelberg (7:20), für die es langsam richtig eng wird, mit 94:82.
Spielverlauf und Wendepunkte: Der Vorletzte hatte seine Momente. Sei es der gelungene 10:3-Auftakt, ein 8:0-Lauf im ersten Viertel oder die zeitweise Rückeroberung der Führung im dritten Viertel, mit der keiner wirklich gerechnet hatte. Aber auf Dauer war Heidelberg der Bonner Qualität sowie dem Heimvorteil der Telekom Baskets nicht gewachsen. In der Schlussphase wünschten sich neutrale Zuschauer mehr Spannung herbei, als es sie in der Realität gab.
Abstiegskampf/Kampf um die Postseason: Die Lage ist ernst, aber nicht hoffnungslos, sagte einst Konrad Adenauer – ausgerechnet ein Rheinländer. Wobei die Hoffnung für die MLP Academics zunehmend schwindet. Bei sieben verbleibenden Partien und drei Siegen Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz muss schon ein Wunder her. Bonn festigte Platz vier, wobei siegquotenbereinigt der Tabellenfünfte aus Ulm ein paar Zehntelprozentpunkte besser ist.
Duell im Fokus: Mit Heidelbergs Mateo Seric hätte man an dieser Stelle durchaus rechnen können. Der künftige Chemnitzer lieferte mit zwölf Punkten auch ab. Aber Finger hoch, wer Melvin Jostmann auf dem Zettel hatte. Bis dato zierten 1,3 Zähler im Schnitt die Saisonstatistik des Bonner Power Forwards. Das war diesmal ganz anders, aber dazu gleich mehr.
Zahlen, bitte: 8/32 trifft auf 11/32. Wobei „treffen“ von der Dreierlinie kaum der richtige Ausdruck war. Die Gastgeber sammelten aber die ganzen Fahrkarten besser ein, gewannen das Reboundduell mit 45:32.
Meilensteine: Heidelbergs Ryan Mikesell übertraf die Marke von 750 Punkten in der BBL.
Rekordverdächtig: Nun aber Ehre, wem Ehre gebührt. Jostmann lieferte das Spiel seiner Karriere ab. Mit elf Punkten zerschmetterte er sein vorheriges Career High, das bei sieben stand. Mit vier Rebounds und zwei Steals stellte der 25-Jährige zwei weitere individuelle Bestmarken ein.

Spieler der Partie: Kann nur Jostmann sein, denn wegen seiner zahllosen Hustle-Plays schaffte er auch noch den Top-Plus-Minus-Wert von 20. Sein Teamkollege Joel Aminu war mit 20 Punkten und fünf Rebounds aber ebenfalls stark unterwegs.
Award-Anwärter: Grayson Murphy ist ein MVP-Kandidat. Am Donnerstagabend blieb der Bonner Point Guard für seine Verhältnisse blass, erzielte nur drei Punkte, vier Rebounds und fünf Assists, leistete sich zudem vier Ballverluste.
Die Deutschen: Jostmann und Aminu wurden bereits gewürdigt, richtig klasse war aber auch Patrick Heckmann, dem zwölf Punkte gelangen. Bei den Gästen waren hinter Seric Paul Zipser (7) und Marcel Keßen (6/5 Rebounds) die besten Deutschen. Letztgenannter musste im dritten Viertel allerdings wegen zwei technischer Fouls vorzeitig vom Parkett.
Am Rande der Bande: ... muss Bonns Zach Cooks nicht mehr sitzen, er gab sein Comeback. Dabei erzielte der US-Amerikaner sechs Punkte.
Wie geht’s weiter: Kaum Zeit zum Verschnaufen für die Telekom Baskets, die am Samstag (20 Uhr) bei den NINERS Chemnitz spielen. Heidelberg empfängt am Ostersonntag (15 Uhr) die ROSTOCK SEAWOLVES.
Video: Highlights zu dieser Partie gibt es in Kürze hier bei Dyn oder auch auf dem Youtube-Kanal von Dyn und der Liga.

















