Kampf um die Postseason: In der Theorie haben die Frankfurter noch eine Chance auf den zehnten Platz und damit die Play-Ins, wie der Tabellenrechner zeigt, aber dafür müsste der Basketballgott wohl nicht auf einer Wolke, sondern im Messeturm sitzen. Relevanter ist das Ganze dann doch eher für die Bonner, die wiederum ihre Teilnahme an den Playoffs nach hinten absichern müssen: In Ulm, Würzburg und Ludwigsburg sitzen den Bonnern nämlich gleich drei Verfolger im Nacken, die zwar alle schon zwei Niederlagen mehr auf dem Konto haben, aber im direkten Vergleich gegen Bonn im Vorteil wären. Diese drei Verfolger kann Bonn aus eigener Kraft nur auf Distanz halten, wenn es zwei seiner letzten drei Spiele (in Frankfurt und Bamberg sowie gegen Trier) gewinnt. Aber: Den sechsten Platz, und somit eben auch die Qualifikation für die Playoffs, kann Bonn schon am Freitag mit einem Sieg in Frankfurt klarmachen. Der Verlierer des Samstagsspiels Ulm gegen Würzburg käme dann an erfolgreichen Bonnern nicht mehr vorbei.

Status quo: Zuletzt unterlagen beide Teams gegen Berlin, und das durchaus deutlich: Bonn musste sich vor zwei Wochen mit 75:91 geschlagen geben, hatte aber danach ein freies Wochenende, um sich zu erholen. Die Frankfurter hielten letzte Woche bis zur Pause gut mit, das 10:28 im dritten Viertel brachte sie dann aber auf den falschen Weg – am Ende hieß es 61:87.
Duell im Fokus: Jalen Finch und Tyger Campbell sehen nicht nur so aus, als hätten sie einen gemeinsamen Friseur, beide kamen auch erst spät in der Saison zu ihren jeweiligen Teams, etablierten sich aber schnell als Leistungsträger: Finch verbucht für die Bonner 12,8 Punkte und 2,5 Vorlagen pro Partie, und das in nur 18 Minuten Einsatzzeit. Campbell netzt 12,3 Zähler und verteilt 5,8 Assists im Schnitt, steht aber auch noch sieben Minuten länger pro Partie auf dem Court.
Zahlen, bitte: Nicht immer zeigen Statistiken alles, aber die Spielweise der Bonner, die mit 40,3 versuchten und 22,5 erzielten Zweiern pro Partie die Bestwerte der Liga auflegen, mit 7,6 erzielten Dreiern im Schnitt aber deutlich das Schlusslicht bilden, lässt sich schon ganz gut sehen. Dazu greifen sich die Baskets 15,1 Offensivrebounds pro Spiel, Liga-Bestwert.
Das Hinspiel: Die von Will Christmas (18 Punkte) angeführten SKYLINERS brachten am elften Spieltag die Telekom Baskets auch ohne ihren verletzten (und mittlerweile abgewanderten) Star-Center Jaedon LeDee ins Schwitzen. Trotz fünf zweistelliger Scorer konnten sich die Telekom Baskets erst in der Crunchtime zum 88:76-Sieg absetzen.
Die ewige Bilanz: So ein bisschen sind die Frankfurter ja ein Enkel der Bonner – schließlich übernahmen sie einst die Lizenz des TV Rhöndorf, der mittlerweile das Farmteam der Baskets geworden ist. 62-mal kam es bislang zum Familientreffen, 33-mal endete es mit Bonner, 29-mal mit Frankfurter Siegen. 2004 und 2008 gab es jeweils fünf Spiele im Halbfinale: 2004 auf dem Weg zur Meisterschaft endete es mit einem Frankfurter Erfolg, die Bonner revanchierten sich vier Jahre später.
Award-Anwärter: Alle schauen auf die Bamberger in dieser Saison und deren Sprung, dabei geht die starke Saison der Telekom Baskets etwas unter: Die beendeten die vergangene Saison nur einen Platz vor den Oberfranken und stehen nur einen Rang hinter ihnen. Da das aber nun mal etwas weniger überraschend ist, müssen sich Marko Stankovic und Grayson Murphy (10,5 Punkte, 4,6 Rebounds, 6,5 Assists) wohl am Ende hinter ihren Bamberger Gegenübern einreihen, erwähnt werden sollten sie aber in jedem Fall.
Am Rande der Bande: Für den früheren Bonner Till Pape endete die Saison vor dem Gastspiel der Telekom Baskets leider am vergangenen Wochenende mit einer im Spiel gegen Berlin erlittenen Verletzung, wenngleich glücklicherweise wenigstens ohne Fraktur. Zuletzt fehlte den SKYLINERS auch Garai Zeeb, Will Christmas schied am Sonntag vorzeitig mit einer Verletzung aus, dafür könnte Logan Johnson in den Kader zurückkehren. Bei den Bonnern rückt unterdessen das Comeback von Tylan Birts näher.
Alte Bekannte: Frankfurts Cheftrainer Klaus Perwas gehörte in aktiven Zeiten zu jener magentafarbenen Truppe, die 1996 den Aufstieg ins Oberhaus realisierte – und der sich auf dem Weg dahin den Beinamen „der Feldherr“ verdiente. Michael Kessens spielte 2020/21 und Patrick Heckmann in der vergangenen Saison für die SKYLINERS.
Sonstiges: Letzte Saison waren es knapp 1000 Bonner Fans, die die Reise nach Frankfurt mit antraten: Zwölf Busse plus Selbstfahrer wurden zum Dank in Höchst mit der Vereinshymne der Baskets empfangen. Derart eingelullt mussten sie dann mit ansehen, wie Frankfurt humorlos das Spiel gewann. Dieses Jahr haben die Baskets-Fans zumindest acht Busse angemietet – ob das Ergebnis am Ende das gleiche sein wird?
Fernsehen / Livestream: Die Partie wird Freitag ab 16:15 Uhr live hier bei Dyn übertragen. Kommentator ist Paul Gudde.




















