Die besondere Brisanz: Für die MLP Academics Heidelberg geht es ums nackte Überleben. Inzwischen punktgleich mit dem Tabellenletzten Braunschweig, zwei Siege Abstand zum Drittletzten Jena: Nur einer aus diesem Trio wird wohl den Klassenerhalt schaffen, weshalb bei noch vier ausstehenden Spielen ein Sieg für die Academics fast ein Muss ist. Allerdings kann der Klassenerhalt heute bei einer Niederlage bei den EWE Baskets Oldenburg nicht komplett verspielt werden. Denn selbst wenn Heidelberg verliert und Jena gegen Trier gewinnt, hat Jena elf Siege, Heidelberg weiter acht und noch drei Spiele und davon eins gegen Jena, in dem der direkte Vergleich gewonnen werden kann. Was außerdem theoretisch noch alles möglich ist, zeigt unser beliebter Tabellenrechner.
Abstiegskampf / Kampf um die Postseason: Das vergangene Wochenende war ein gebrauchtes für die Heidelberger: Neben der vermeidbaren Heimniederlage gegen Ludwigsburg wiegt auch die Disqualifikation von Michael Weathers schwer, der deshalb im Spiel in Oldenburg fehlen wird. Seine 13,6 Punkte, 3,4 Rebounds und 4,3 Assists pro Spiel, die ihnen bei den EWE Baskets fehlen werden, sind für die Heidelberger kaum zu kompensieren. Apropos kompensieren: Oldenburg musste bei der jüngsten Niederlage in Bamberg das Fehlen von Chris Clemons auffangen, der zwar physisch auf dem Parkett auftauchte, als Liga-Topscorer aber völlig neben sich stand (1/11 Feldwürfe, 0/7 Dreier, sechs Punkte). Sollten die Donnervögel in den letzten vier Spielen der Hauptrunde noch ernsthaft in den Kampf um die Postseason eingreifen wollen – derzeit haben sie einen Sieg weniger, aber schon drei Niederlagen mehr als der Tabellenzehnte Rostock auf dem Konto –, brauchen sie einen Clemons in Bestform.
Status quo: Die EWE Baskets waren beim deutlichen 61:83 bei Pokalsieger Bamberg am jüngsten Spieltag ohne jegliche Chance, Heidelberg verlor zu Hause gegen Ludwigsburg 73:83.

Duell im Fokus: Ohne Weathers und den derzeit verletzten DJ Horne wird es noch mehr als sonst auf Ryan Mikesell ankommen, der als Lebensversicherung für die Heidelberger im Abstiegskampf fungieren muss. Über die vergangenen fünf Spiele gesehen war der US-Amerikaner der effektivste Spieler der Liga und erzielte in den vergangenen beiden Partien 24 bzw. 26 Zähler. 13,6 Punkte, 5,4 Rebounds und 3,6 Assists sammelt der Nachverpflichtete (bis jetzt 16 Partien) pro Partie ein – ein Gegenspieler wie gemalt für Oldenburgs Nicholas Tischler. Der Small Forward ist einer der besten Verteidiger im Team der Niedersachsen und könnte mit der Aufgabe betraut werden, den 2,01 Meter großen Mikesell in Schach zu halten. Tischler (2,02 Meter) spielt im Grunde eine starke Saison (10,6 PPG, 3,4 RPG), leidet aber ein wenig unter dem negativen Gesamteindruck, den die Oldenburger in den vergangenen Wochen (fünf Niederlagen in sieben Spielen) vermittelten.
Zahlen, bitte: 23,4 Fouls leisten sich die Heidelberger pro Partie, nur Ludwigsburg (23,8) langt noch öfter zu. Dagegen nimmt sich die Quote der Oldenburger gemäßigter aus: Mit 21,3 Fouls pro Spiel sind sie die „viertfairste“ Mannschaft der Liga.
Die ewige Bilanz: … lautet 7-5 für Oldenburg.
Das Hinspiel: Erleichterung herrschte seinerzeit bei den MLP Academics Heidelberg: Der damalige Tabellenletzte feierte mit dem 80:78 nach sechs Niederlagen in Serie wieder einen Sieg und beendete zugleich den Lauf der EWE Baskets Oldenburg von fünf Erfolgen.
Meilensteine: Nicholas Tischler fehlen noch acht Rebounds bis 500.
Award-Anwärter: Chris Clemons ist einer der besten Offensivspieler der Liga, sein Saisonrekord von 52 Punkten gegen Trier (hier noch einmal die Einordnung von Clemons‘ Leistung im historischen Kontext) war ein Highlight der Saison. Um beim Voting ganz vorne zu landen, muss seine Off-Night gegen Bamberg die letzte gewesen sein – und Oldenburg den Saisonendspurt erfolgreich gestalten. Neben Clemons widmet sich Experte Stefan Koch in seiner aktuellen Kolumne auch den aufregendsten Athleten der Liga - und der kommt aus Heidelberg...
Alte Bekannte: Heidelbergs Center Marcel Keßen debütierte in der Beletage für Oldenburg und war bis zur Saison 2019/20 für die Donnervögel aktiv, in Keßens letzter Saison spielte auch Kevin McClain für Oldenburg. Heidelbergs Center Osun Osunniyi und Oldenburgs Guard Kyle Lofton waren vier Jahre lang Teamkollegen am College (St. Bonaventure).
Weise Worte: „Wir sind eine Mannschaft, die eigentlich ganz passabel wirft und auch darauf baut. Heute aber haben wir nur drei von 25 Dreiern getroffen, und hier mit einer derartigen Quote zu gewinnen, ist einfach nicht möglich.“ Oldenburgs Coach Lazar Spasic war nach der Niederlage in Bamberg bedient.
Fernsehen / Livestream: Die Partie wird am Samstag ab 19:45 Uhr live hier bei Dyn übertragen. Kommentator ist Dominik von Burchard.



















