Die NINERS Chemnitz gewinnen dank eines Dreiers von Corey Davis mit der Schlusssekunde das emotionale Derby gegen Science City Jena. Während Chemnitz durch den Sieg weiter auf die Play-Ins hoffen kann, verpasst Jena beim Debüt des neuen Cheftrainers Mike Taylor einen Big Point im Abstiegskampf und muss weiter zittern.
Spielverlauf und Wendepunkt: Die NINERS hatten zum Spielbeginn ein besonderes Willkommensgeschenk für ihren ehemaligen Coach Mike Taylor (siehe Sonstiges) - nämlich einen 21:0-Lauf zur zwischenzeitlichen 23:3-Führung der Gastgeber nach sechs Minuten. Jena musste sich kräftig schütteln, um danach besser in die Partie zu finden - was die Gäste auch taten! Ein Dreier von Joe Wieskamp zum 24:9 (7. Minute) ließ den Rückstand zumindest auf ein erträgliches Maß schrumpfen, nach dem ersten Viertel hatte sich Science City auf neun Punkte herangekämpft (29:20). Angeführt vom starken Kevin Yebo, der schon zur Pause fast ein Double-Double (15 Punkte, neun Rebounds) zu Buche stehen hatte, blieb Chemnitz aber am Drücker, sieben Punkte von Aher Uguak sowie ein Dreier vom Ex-Jenaer Eric Washington schraubten die NINERS-Führung wieder auf 45:34. Kostja Mushidi ließ zwei weitere Dreier zum 51:37 (20.) folgen - Chemnitz war wieder obenauf!
… aber nicht lange: Jena kam mit Energie aus der Kabine und verkürzte dank eines viertelübergreifenden 13:0-Laufs binnen vier Minuten auf 51:52, Keith Braxton verschaffte den Gästen kurze Zeit später sogar die 53:52-Führung. Spätestens jetzt war das Ost-Derby zum Nailbiter mutiert, in dem das Momentum ständig wechselte und in eine Crunchtime á la Hitchcock mündete: Dreier von Big Man Amadou Sow zum 67:63 für Chemnitz (36.), Braxton holt per Drei-Punkt-Spiel die Führung für Jena zurück (68:70, 39.). Ein Dreier von Jordan Minchev bringt das 71:70 (40.), Uchenna Iroegbu verliert im nächsten Angriff den Ball. Yebo erhöht zwölf Sekunden vor Schluss, unter dem Jenaer Korb völlig allein gelassen, zum 73:70 - Auszeit Jena. Auf der Gegenseite dauert es dann gerade einmal vier Sekunden, bis Wieskamp den Dreier zur vermeintlichen Verlängerung einnetzt. Doch da hat Corey Davis etwas dagegen, weil er „schon alt sei und seine Knie kein Verlängerung mehr mitmachen“, wie er im Interview nach Spielende erklärte: Der Guard, der bis dato bei für ihn bescheidenen fünf Punkten geblieben war, fasste sich ein Herz und versenkte den Buzzerbeater-Dreier zum umjubelten 76:73-Sieg.
Duell im Fokus: Kevin Yebo und Joe Wieskamp lieferten sich ein rassiges Duell auf der Power-Forward-Position. Während Yebo wie gewohnt unter den Körben ackerte, kam Wieskamp auf vier Dreier bei fünf Versuchen und insgesamt auf 22 Punkte und zehn Rebounds. Auch Yebo machte noch das Double-Double (19/13) voll. Beide avancierten damit zu den Topscorern ihrer Teams.

Zahlen, bitte: Satte 18 Offensivrebounds griffen sich die Chemnitzer, Jena nur die Hälfte. Beide Seiten ließen etliche Punkte an der Freiwurflinie liegen: Chemnitz verwandelte nur elf von 19 Versuchen (57,9 Prozent), Jena 15 von 23 (65,2).
Spieler der Partie: … kann nach seinem Heldenwurf nur Corey Davis heißen.
Die Deutschen: Kostja Mushidi kam auf elf Punkte und fünf Rebounds, für Jena erzielten Alex Herrera und Robin Christen je vier Punkte.
Am Rande der Bande: Kristofer Krause zog sich in der 21. Minute eine Sprunggelenksverletzung zu und konnte nicht mehr ins Geschehen eingreifen. Bei Science City fehlt der langzeitverletzte Great Osobor (Kreuzbandriss). Bei Chemnitz fehlte ebenfalls verletzungsbedingt Roman Bedime; zudem pausierte Nike Sibande als siebter Ausländer.
Jenas Geschäftsführer Lars Eberlein verriet im Halbzeit-Interview bei Dyn, dass der kürzlich entlassene Headcoach Björn Harmsen schon vor der Partie gegen Braunschweig am Freitag intern angekündigt hatte, kommende Saison nicht als Cheftrainer zur Verfügung zu stehen. Der Verein zog die Trennung dann nach der Niederlage gegen die Basketball Löwen vor und will mit Mike Taylor einen neuen Impuls auf der Trainerbank im Abstiegskampf setzen - der sich gegen Chemnitz beinahe schon ausgezahlt hätte.
Sonstiges: Für Mike Taylor war es eine doppelte Rückkehr - nach Deutschland als neuer Trainer von Science City Jena und nach Chemnitz, wo der Amerikaner in der Saison 2001/02 seine erste Station als Cheftrainer in Europa antrat und den BV Chemnitz 99 von der Regional- in die 2. Basketball Bundesliga führte. Jetzt kam er in den Genuss, der „Mutter aller Ostderbys“ zwischen Chemnitz und Jena in der ersten Liga beizuwohnen.

Wie geht’s weiter: Die NINERS treffen am übernächsten Montag, 27. April, in der Messe Chemnitz auf die BMA365 Bamberg Baskets, Jena erwartet am Samstag zum Heimspiel Mitaufsteiger VET-CONCEPT Gladiators Trier.
Video: Highlights zu dieser Partie gibt es in Kürze hier bei Dyn oder auch auf dem Youtube-Kanal von Dyn und der Liga.






















