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Home/Newscenter/Fragenhagel der Fans: Berlin unter Pedro Calles, Ulms neue Talente und der Abstiegskampf mit Donnervögeln und Towers

Kochs NachschlagFragenhagel der Fans: Berlin unter Pedro Calles, Ulms neue Talente und der Abstiegskampf mit Donnervögeln und Towers

19. Dezember 2025
Nach dem ersten nun der zweite Teil eures Fragenhagels. Ich möchte mich an dieser Stelle ausdrücklich für eure Einsendungen bedanken und um Verständnis bitten, dass ich auch in zwei Ausgaben nicht alle Fragen beantworten kann.

Nach dem ersten nun der zweite Teil eures Fragenhagels. Ich möchte mich an dieser Stelle ausdrücklich für eure Einsendungen bedanken und um Verständnis bitten, dass ich auch in zwei Ausgaben nicht alle Fragen beantworten kann.

Wo ist bei Berlins Spielweise die Handschrift von Pedro Calles zu erkennen?

Zunächst einmal möchte ich festhalten, dass ich in den letzten Wochen eine sehr gute Entwicklung bei den Albatrossen wahrgenommen habe. An dieser grundsätzlichen Einschätzung ändert auch die Niederlage in Hamburg nichts. Pedro Calles‘ Stil unterscheidet sich durchaus von dem seiner spanischen Landsleute Aito Garcia Reneses und Israel Gonzalez, die vor ihm in der Hauptstadt auf der Kommandobrücke standen. Es ist augenscheinlich, dass seine Spieler defensiv extrem viel Druck ausüben. Die Intensität in der Verteidigung, aber auch taktische Elemente, die dabei eingesetzt werden, erinnern mich an die Berliner Jahre unter Svetislav Pesic.

Warum präsentiert sich Vizemeister Ulm so inkonstant?

Weil die Qualität der Spieler geringer ist als in der Vorsaison. Die neuen europäischen Youngster Diego Garavaglia und Mohamed Diakite sind bei weitem (noch?) nicht auf dem Niveau ihrer Vorgänger Ben Saraf und Noa Essengue. Und Mark Smith, der für die Spielmacherposition verpflichtet wurde, ist für mich nur sehr bedingt ein Point Guard. Chris Ledlum ist zwar ein starker Scorer, aber der oft verbreiteten Meinung, dass er auch ein guter Verteidiger sei, kann ich mich nicht anschließen. Tobias Jensen gelang in der vergangenen Spielzeit sein Durchbruch, was dazu geführt hat, dass er sich selbst anders wahrnimmt. Der Däne ist weniger bereit, die kleinen Dinge zu erledigen, sondern verknüpft sein Auftreten mit größeren Ansprüchen, was nicht immer hilfreich ist. Die Präsenz eines Tommy Klepeisz würde dieser Truppe sehr weiterhelfen, aber der Österreicher ist leider erneut verletzt. In Justin Simon wurde ein Spieler nachverpflichtet, der sich über Verteidigung definiert. Das benötigt die Mannschaft. Aber es gibt trotzdem noch genügend Baustellen an der Donau, und ich kann mir nicht vorstellen, dass die Ulmer erneut einen tiefen Run in den Playoffs hinlegen werden.

Oldenburg und Hamburg stehen unten – die einen haben einen neuen Cheftrainer, die anderen haben den Spielerkader stark umgebaut: Wer hat bessere Chancen im Abstiegskampf?

Das Rennen um den Klassenerhalt wird in dieser Spielzeit grundsätzlich eine knifflige Angelegenheit, weil die beiden Aufsteiger Trier und Jena deutlich über den Erwartungen liegen und derzeit mit dem Abstiegskampf nichts zu tun haben. Den Hamburgern gelang am Wochenende gegen ALBA BERLIN der erste Erfolg nach zuvor 24 Pflichtspielniederlagen in Serie. Dass ein Trainer im Profisport eine solche Durststrecke übersteht, ist fast schon absurd. Aber Marvin Willoughbys Festhalten an Benka Barloschky könnte sich bezahlt machen. Zwar sind die Towers im Eurocup immer noch sieglos, zeigten aber zuletzt auch hier eine Aufwärtstendenz. Auch wenn drei Spieler nachverpflichtet wurden, scheint diese Entwicklung vor allem mit kontinuierlicher Arbeit in Verbindung zu stehen. Martin Breunig bringt viel Erfahrung und Abgeklärtheit mit. Letztendlich nimmt er aber angesichts der bislang guten Saison von Jüngling Zach Perrin nur die Rolle eines Back-ups ein. Die scorenden Guards Devon Daniels und Ross Williams haben in der Bundesliga zusammen bislang nur zwei von 31 Dreiern getroffen! Da ist also noch Luft nach oben.

Oldenburg hat erst ein Spiel unter dem neuen Head Coach Lazar Spasic absolviert. Deshalb kann ich das noch nicht einordnen (und demnach auch die Frage jetzt noch nicht beantworten, ob Oldenburg oder Hamburg bessere Karten im Abstiegskampf hat). Aber es dürfte klar sein, dass Sportdirektor Srdjan Klaric den Spielermarkt genau beobachtet und nach Tomislav Zubcic weitere Spieler unter Vertrag nehmen dürfte, wenn die Leistungen und Ergebnisse nicht besser werden (und die Donnervögel dürfen noch dreimal nachverpflichten, die Towers nur noch einmal).

Am Wochenende stehen für beide Mannschaften richtungsweisende Auswärtsbegegnungen auf dem Programm. Oldenburg tritt bei den Löwen in Braunschweig an, die auch zu den Abstiegskandidaten zu zählen sind. Die Hamburger reisen zum direkten Tabellennachbarn nach Heidelberg, der am Mittwoch in einem europäischen Auswärtsspiel durch zwei Verlängerungen musste und viel emotionale und physische Energie gelassen hat.

Kochs Nachschlag

… befasst sich dieses Mal nicht mit Basketball. Ich möchte die Gelegenheit nutzen, mich bei allen Lesern für das Interesse an meinen Kolumnen zu bedanken. Im neuen Jahr geht es weiter. Bis dahin wünsche ich Euch entspannte und glückliche Feiertage, einen guten Rutsch und viel Glück und Gesundheit für 2026.

Stefan Koch war zwei Jahrzehnte lang Headcoach in der ersten Liga und wurde 2000 und 2005 als Trainer des Jahres ausgezeichnet. Er erreichte mit seinen Teams regelmäßig die Playoffs und trat sieben Mal im Europapokal an. Sechs Mal nahm er am TOP FOUR teil und gewann 2000 mit Frankfurt den Pokal. Zudem war der Hesse drei Mal Headcoach des All-Star-Games.

Koch arbeitet aktuell als Kommentator bei Dyn, war früher auch als Experte und Kommentator für SPORT1, Premiere, Sportdigital, DAZN und MagentaSport tätig, sowie als Scout für die NBA. Im Podcast "Talkin‘ Basketball", der auf allen gängigen Plattformen abrufbar ist, sprechen er und Oliver Dütschke regelmäßig mit Protagonisten aus der deutschen Basketballszene. Seine Kolumne zum BBL-Geschehen findet sich bei uns regelmäßig hier im News-Center rechts unter der Rubrik "Kochs Nachschlag".