Die MHP RIESEN Ludwigsburg dominieren die BMA365 Bamberg Baskets in deren Wohnzimmer mit 100:79. Bei der 108. Ausgabe eines Ligaklassikers punkten die Gäste zum ersten Mal in dieser Saison dreistellig. Wie gewohnt ackern die Ludwigsburger stark beim Offensiv-Rebound, während sie aber auch ungewohnt viele Dreier treffen und Ballgewinne verzeichnen.
Spielverlauf und Wendepunkt: Nach 5:46 Minuten musste Bambergs Headcoach Anton Gavel bereits seine zweite Auszeit nehmen. Bis dahin waren die Ludwigsburger auf 19:5 enteilt, weil sie aus einer aggressiven Verteidigung zu einigen Schnellangriffen kamen und von außen ihren Rhythmus fanden. Zeitweise setzten sich die Gäste im ersten Viertel auf 17 Zähler Differenz ab. Die Bamberger trafen in der ersten Hälfte eigentlich hochprozentig, kamen aufgrund vieler Ballverluste aber zu sehr wenigen Abschlüssen. Nach 15:36 Minuten lagen sie mit elf Ballverlusten bereits über ihrem Saisonschnitt (10,9 TPG vor dem Spiel). So behaupteten die Gäste eine 52:40-Führung.
Nach der Pause arbeiteten die Bamberger besser beim Defensiv-Rebound, womit ihr Rückstand zunächst nicht anwuchs … doch dann starteten die Ludwigsburger einen 12:0-Lauf. Mit seinem nächsten Highlight sorgte Babacar Sane für die bis dato höchste Führung des Spiels (49:73). Im Schlussabschnitt kamen die Hausherren auf bis zu 15 Punkte heran, ehe Elijah Hughes und Tray Buchanan wieder von Downtown in Erscheinung trafen, Hughes traf bei sechseinhalb Minuten auf der Uhr zum 85:61.

Zahlen, bitte: Die Ludwigsburger dominierten an den Brettern, ganze 22 Offensiv-Rebounds schnappten sich die Gäste, vor dem Spiel waren sie das zweitbeste Team beim Offensiv-Rebound (14,7 ORPG). Eigentlich stellen die Gäste das viertschwächste Dreierteam der Liga, doch diesmal trafen sie 16 Dreier bei einer Quote von 41,0 Prozent. Ungewohnt waren auch die vielen Steals, 16 Ballgewinne verzeichneten die Gäste, eigentlich sind sie das schwächste Team bei den Steals (5,5 SPG vor dem Spiel). All das resultierte in 30 Feldwurfversuchen von Ludwigsburg mehr als bei Bamberg!
Rekordverdächtig: Zum 108. Mal standen sich beide Clubs gegenüber, in der fast 60-jährigen BBL-Geschichte gibt es nur vier Duelle, die in Liga und Pokal öfter ausgetragen wurden: Berlin gegen Bamberg (129 Duelle), Bamberg gegen Gießen (126), Leverkusen gegen Brandt Hagen (118) und Berlin gegen Leverkusen (116).
Rekordverdächtiger: Beim 53. Spiel in Bamberg feierten die Ludwigsburger ihren höchsten Auswärtserfolg bei den Oberfranken der Vereinsgeschichte.
Spieler der Partie: Bei Ludwigsburg setzten vor allem drei Spieler immer wieder Nadelstiche: Topscorer Tray Buchanan (24 PTS, 6/12 3P), Highlight-Mann Babacar Sane (19 PTS in 20 MIN) und Elijah Hughes (17 PTS, 5/12 3P). Bei Bamberg erreichte nur Demarcus Demonia (25 PTS, 7/11 FG, 8 REB) Normalform.
Die Deutschen: Moritz Krimmer war ein Antreiber der Bamberger Aufholjagd im zweiten Viertel, erzielte acht Punkte in zehn Minuten der ersten Hälfte und kam am Ende auf zwölf Zähler sowie sieben Rebounds. Bei Ludwigsburg stand der 22-jährige Maxwell Dongmo Temoka das erste Mal in dieser Saison in der Startformation, vornehmlich ist der mit einer Doppellizenz ausgestattete Big Man für das Ludwigsburger ProB-Team aktiv.
Am Rande der Bande: Die Ludwigsburger mussten auf Keeshawn Kellman verzichten. Im Training hatte sich der Starting-Center eine Meniskusverletzung zugezogen, wird operiert werden müssen und mindestens mehrere Wochen ausfallen, auch ein Saisonende ist nicht auszuschließen.
Wie geht’s weiter: Die Bamberger empfangen zu ihrem zweiten Heimspiel nacheinander am 17. Januar die Fitness First Würzburg Baskets zum Franken-Derby, die Ludwigsburger haben am selben Tag die Telekom Baskets Bonn zu Gast.
Video: Highlights zu dieser Partie gibt es in Kürze hier bei Dyn oder auch auf dem Youtube-Kanal von Dyn und der Liga.

















